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Leistungsverbesserer in der Grauzone – Forscher plädieren für offeneren Umgang mit Neuro-Enhancern

Tuesday, October 13th, 2009
Neurologie. – Fünf Prozent der deutschen Berufstätigen greifen dem Vernehmen nach zu Substanzen, die ihre mentale und psychische Leistungsfähigkeit steigern sollen. Ein fachübergreifendes Forschungsprojekt hat sich jetzt mit diesen sogenannten Neuro-Enhancern beschäftigt. Die beteiligten Forscher plädieren im Abschluss-Memorandum für einen offeneren Umgang mit den Stoffen.
Von Kristin Raabe

 Ein Medikament, das hyperaktiven Kindern hilft, soll angeblich auch bei Gesunden die Konzentrationsfähigkeit steigern. Ein Antidepressivum die Fähigkeit zur Arbeit in der Gruppe erhöhen und ein Wirkstoff gegen Alzheimer auch bei jenen, die Gedächtnisleistung erhöhen, die eigentlich gar nicht unter der Krankheit leiden. Die Erwartungen der gesunden Anwender an solche Wirkstoffe scheinen allerdings häufig zu hoch gegriffen zu sein – wie Thorsten Galert von der Europäischen Akademie in Ahrweiler weiß:

“Die wenigen Studien, die man in unserem Sinne auswerten konnte, haben gezeigt, dass viele der im Raume stehenden Vermutungen darüber, dass bestimmte Substanzen also auch bei Gesunden eine wirkliche Wirkung zeigen würden, eigentlich nicht haltbar sind.”

Der Philosoph und Chemiker ist der Koordinator des Forschungsprojektes zum Neuro-Enhancement. Den etwas gängigeren Begriff “Hirndoping” hört er nicht so gerne. Doping ist Betrug im Sport. In diese Ecke soll Neuro-Enhancement gar nicht erst gestellt werden. Der englische Begriff Enhancement bedeutet soviel wie Verstärkung. Sollte es irgendwann einmal effiziente Wirkstoffe zum Neuro-Enhancement geben, so könnten sie die Leistungsfähigkeit des zentralen Nervensystems verstärken. Völlig ohne Nebenwirkungen wäre das nicht zu haben. Für die Autoren des Memorandums wäre das allerdings noch lange kein Grund, Neuro-Enhancement zu verbieten. Galert:

“Der Einzelne hat auch das Recht, sich in Grenzen zu schädigen. Das ist in vielen gesellschaftlichen Praktiken das gleiche. Wir dürfen zunächst einmal Rauchen, wir müssen das vielleicht in einer Weise machen, das wir andere möglichst wenig dadurch schädigen, aber wir dürfen rauchen, wir dürfen Extremsportarten machen, mit denen wir uns extrem gefährden. Man kann also auch dafür eintreten, dass Neuro-Enhancement-Präparate vom Einzelnen genommen werden, wenn er wirklich über die Risiken Bescheid weiß.”

Damit Anwender von Neuro-Enhancement-Präparaten ausreichend über Risiken informiert werden können, muss eine öffentliche Diskussion stattfinden. Zur Zeit sehen die Verfasser des Memorandums das größte Problem darin, dass Neuro-Enhancement in einer gesellschaftlichen Grauzone stattfindet. Galert:

“Da sind zunächst einmal die Enhancement-Interessenten, die Symptome vortäuschen müssen, um Ärzte davon zu überzeugen, dass sie ihnen Präparate verschreiben, die sie eigentlich zu Enhancement-Zwecken haben möchten. Da sind die Ärzte, die meistens schon ahnen, dass jemand ihnen vielleicht nur irgendwas erzählt oder sich vielleicht sogar offen darauf einlassen, obwohl sie wissen, dass derjenige nicht krank ist. Da sind die Pharmaunternehmen, die nicht die Möglichkeit haben, den Markt der Gesunden sozusagen auf legalem Wege ganz geradeheraus zu bedienen, sondern die irgendwelche seltsamen Krankheiten, die eigentlich auch Gesunden einen Nutzen bringen könnten, vermarkten zu können. All das sind Phänomene, die wir gut kennen aus dem Doping im Leistungssport. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin der Meinung, dass diese Doppelmoral, die da vorhanden ist, so ziemlich das abstossendste an dem Ganzen ist. Unser Anliegen ist, dass es keine vergleichbare Entwicklung im Bereich des Neuro-Enhancements geben sollte, sondern dass einfach die Bevölkerung der Tatsache ins Auge blicken sollte, dass ein gewisser Anteil der Bürger schon heute ein Interesse an solchen Präparaten haben.”

Um Neuro-Enhancement aus der Grauzone, in der es sich jetzt befindet, herauszuholen, muss auch eine entsprechende Forschung als solche deklariert sein. Pharmafirmen sollten also auch Studien mit gesunden Teilnehmern durchführen, bei denen dann Wirkung und Nebenwirkung von potentiellen Enhancern überprüft werden. Galert:

“Zusätzlich könnte die Gesellschaft dann eben sagen, wir haben auch ein darüber hinausgehendes Interesse, auch die gesellschaftlichen Folgen im Blick zu behalten, die mit der Einnahme solcher Präparate einhergehen, und deshalb fördern wir Forschungsprojekte, die eher wie Feldstudien, eher soziologisch aber auch mit psychologischen Verfahren, eben erheben, wie sind die Konsequenzen nach langfristiger Einnahme für den Einzelnen , für das soziale Umfeld. Man hätte also tatsächlich die Möglichkeit, wenn das ganze offen betrieben und erforscht werden würde, das ganze auch in einer besseren Weise zu kontrollieren und mit Begleitforschung zu versehen.”

Dass bislang keine ausreichende Forschung zu Neuro-Enhancern stattfindet hält etliche Menschen nicht davon ab, die Substanzen trotzdem anzuwenden. Einer Umfrage der Zeitschrift “Nature” zufolge nimmt jeder fünfte der befragten Akademiker Medikamente zur Leistungssteigerung. Und auch fünf Prozent der deutschen Arbeitnehmer greifen greifen einer aktuellen Studie zufolge zu Neuro-Enhancern.

© Deutschlandradio

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1049480/

Kombinationstherapie gegen Alkoholsucht

Wednesday, September 16th, 2009

Gute Behandlungserfolge mit Entgiftung und Psychotherapie

Heidelberg  – Eine Kombination von herkömmlicher Entgiftung und psychotherapeutischer Behandlung zeigt bei der Alkoholabhängigkeit einen signifikant höheren Erfolg als herkömmliche Therapien. Was beim Alkoholentzug sehr problematisch ist, ist die hohe Rückfallsquote von bis zu 80 Prozent. Wo die Ursachen hierfür liegen und wie durch die Kombinationsbehandlung Abhilfe geschaffen werden kann, stellt eine aktuelle Untersuchung in der Springer-Zeitschrift “Der Nervenarzt” vor.

“In der Zwischenzeit ist die Kombinationstherapie – die sogenannte Qualifizierte Entzugsbehandlung (QE) – ein Standard geworden”, meint Studienautor Karl Mann von der Klinik für Abhängiges Verhalten in Mannheim am Zentralinstitut für seelische Gesundheit http://www.zi-mannheim.de im pressetext-Interview. Jährlich werden rund 600 Patienten nach dieser Methode behandelt. Die QE setzt sich aus einer zwei- bis dreiwöchigen stationären Therapiephase mit Einzel- und Gruppengesprächen und einem einjährigen ambulanten Anschlußprogramm in Form einer Selbsthilfegruppe zusammen. Bereits unmittelbar nach Abklingen der gröbsten körperlichen Entzugssymptomatik beginnen die Therapien. “Die Idee dieser Therapie fußt auf einer Krankheitseinsicht des Betroffenen. Ein zusätzlicher positiver Faktor ist die leichtere Orientierung des Patienten an seinen Mitpatienten”, so Mann. Dabei könne er sehen, dass es auch andere Menschen gibt, die Ähnliches durchgemacht haben. “Schon während des stationären Aufenthalts präsentieren sich in Wochenabständen verschiedene Selbsthilfegruppen, aus denn der Betroffene schließlich jene wählt, die ihm persönlich am meisten zusagt”, erklärt der Mediziner.

Die Erfolgsquote der Kombinationtherapie liegt nach einem halben Jahr zwischen 50 und 60 Prozent. “Der Rest der Patienten wird danach mindestens einmal rückfällig. Dennoch liegt die Erfolgsquote nach mehreren Jahren immer noch bei 30 bis 40 Prozent”, so Mann. Zudem nehmen Patienten, die nach der Kombinationstherapie behandelt wurden, wesentlich häufiger Nachfolgeangebote in Anspruch.

Infolge der Ergebnisse der Untersuchung sehen die Autoren die Ursache für die allgemein hohe Rückfallrate nach Alkoholentzug in der herkömmlichen Konzentrierung auf eine reine Entgiftung. “Wir sprechen uns dafür aus, die Behandlung direkt mit einem qualifizierten Alkoholentzug zu beginnen, statt zunächst nur die körperliche Entgiftung vorzunehmen. Die Kosten für diese Behandlung liegen zunächst zwar höher, relativieren sich jedoch durch die geringere Rückfallrate nach der Behandlung deutlich”, erklärt Mann. Ein entscheidender Faktor sei etwa das konkrete Üben von Bewältigungsfertigkeiten in risikoträchtigen Situationen wie beim Kneipenbesuch mit Freunden oder beim Gläschen Wein zum Feierabend. Hier kann der Patient erste positive Erfahrungen im Ablehnen des Alkohols sammeln und sich erneut als aktiven Part in seiner Lebensgestaltung erleben.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com

http://pressetext.de/news/090916018/kombinationstherapie-gegen-alkoholsucht/

Alkoholkonsum in Medienbranche am höchsten

Tuesday, May 26th, 2009

Journalisten trinken doppelt so viel wie von Gesundheitsbehörde empfohlen

 
Die Medienbranche ist Spitzenreiter in Sachen Alkoholkonsum (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

London (pte/26.05.2009/13:30) – Mitarbeiter in Medienbetrieben sind nach den einzelnen Berufsgruppen gemessen die stärksten Alkoholkonsumenten. Sie trinken im Durchschnitt umgerechnet mehr als vier Flaschen Wein oder über 19 Halbe-Liter-Gläser Bier pro Woche. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des britischen Gesundheitsministeriums Department of Health http://www.dh.gov.uk. Demnach nehmen Mitarbeiter der Medienbranche mit 44 Einheiten wöchentlich rund die doppelte Menge an alkoholhaltigen Getränken zu sich, die in der entsprechenden Empfehlung des nationalen Gesundheitsdienstes vorgesehen ist. Damit liegen sie unangefochten an der Spitze, was das Trinkausmaß betrifft und übertreffen die zweitgereihte Berufsgruppe, die IT-Angestellten, um ganze zehn Einheiten pro Woche. An dritter und vierter Stelle folgen der Dienstleistungssektor mit 33 bzw. der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienbereich mit 29 Alkoholeinheiten pro Woche.

“Dass Angestellte in Medienbetrieben, insbesondere Journalisten, einen stärkeren Bezug zu alkoholhaltigen Getränken haben als andere Berufsgruppen, ist eine Klischeevorstellung, die pauschal so sicher nicht zutrifft”, stellt Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) http://www.djv.de, im Gespräch mir pressetext fest. Dem DJV-Sprecher zufolge gebe es bislang keinerlei wissenschaftlich ernstzunehmende Untersuchung über den Alkoholkonsum in Redaktionen. “Das Bild des trinkenden Journalisten ist heute eine veraltete Vorstellung, die dem Alltag in den Medienhäusern nicht gerecht wird”, betont Zörner. Fest stehe allerdings, dass Journalisten aufgrund des ständigen Zeitdrucks einem enormen Stress ausgesetzt seien. “Der typische Journalist hat mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung zu kämpfen. Um mit diesem Druck fertig zu werden, ist der Griff zur Flasche sicherlich oft verlockend”, meint Zörner.

Wie Ben Willmott, Senior Public Policy Advisor beim Chartered Institute of Personnel and Development http://www.cipd.co.uk , gegenüber dem Guardian vermutet, sei zu einem gewissen Teil wohl auch die spezifische Bürokultur in Medienbetrieben für den überdurchschnittlichen Alkoholkonsum verantwortlich. “Die aktuelle Untersuchung zeigt, wie Arbeitskollegen unsere Trinkgewohnheiten beeinflussen können. Es scheint, als tritt dieser Effekt in einigen Branchen stärker zu Tage als in anderen”, so die Theorie Willmotts. “Diesen Zusammenhang würde ich eher abstreiten. Redaktionen sind keine instrumentalisierten Kegelvereine. Gruppendynamische Prozesse, wie sie hier angesprochen werden, schließe ich für die große Mehrheit der heutigen Medienbetriebe aus”, entgegnet DJV-Sprecher Zörner.

Laut der britischen Studie sind Medienmitarbeiter nicht nur in puncto Wein- und Bierkonsum an oberster Stelle der einzelnen Berufsgruppen zu finden, sondern auch bei hochprozentigeren Destillaten wie Schnäpsen oder Likören. Als moderateste Trinkergruppe Großbritanniens weist die Untersuchung hingegen Angestellte in den Bereichen Bildung, Transportwesen und Tourismus aus, die im Schnitt rund 24 Einheiten alkoholhaltiger Getränke pro Woche zu sich nimmt. (Ende)

 

Quelle: Pressetext.Deutschland

Redakteur: Markus Steiner
email: steiner@pressetext.com

http://pressetext.de/news/090526034/alkoholkonsum-in-medienbranche-am-hoechsten/

“Grüne Fee” entzaubert – Absinth gar nicht dämonisch

Thursday, May 8th, 2008

Hey Katja, das könnte Dich interessieren, ich denke aber mal, in zwei oder drei Jahren haben sie dann wieder auch was ganz anderes zum Thema herausgefunden:

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Absinth-Thujon;art304,2526168

Übergewichtige und Raucher sind billiger…

Tuesday, April 22nd, 2008

…und tragen mehr zum Steueraufkommen bei, hatten wir ja schon mal, der Raucher, der ganz und gar heroisch den drohenden Konkurs des Gemeinwesens abwehrt und im Gegensatz dazu der langlebige Gesundheitsapostel, der seinen Enkeln eine zunehmende Rentenbeitragslast beschert und das Erbe selber verjubelt. Aber “Spaß” beiseite, der Gag dieses Artikels liegt wahrscheinlich in seinem letzten Satz. Rechnet man einerseits die durch ein längeres Leben verursachten höheren Ausgaben und andererseits die durch die genannten ungesunden Lebensweisen entstandenen Mehraufwendungen gegen, nimmt sich das wahrscheinlich nicht viel. Trotzdem hat jede Seite genug, was sie der anderen ankreiden kann. Ein interessanter Artikel, weil nicht ganz der correctness verpflichtet.

Und wo findet man einen solchen Artikel? Richtig – im Wirtschaftsteil:

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Raucher-Uebergewicht;art271,2517189

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Viele sterben zu spät, und Einige sterben zu früh. Noch klingt fremd die Lehre: »stirb zur rechten Zeit!« Stirb zur rechten Zeit: also lehrt es Zarathustra.

Friedrich Nietzsche - Vom freien Tode – aus “Also sprach Zarathustra”

LSD in der Psychotherapie

Monday, April 21st, 2008

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=1320151

Ganz “neu” entdeckt, leider hier nicht durchsetzbar. Bedauerlicherweise nur angerissen wird im Artikel das Interesse der arzneimittelherstellenden Industrie an langanhaltenden Krankheiten, die eine permanente Einnahme von Pharmazeutika erfordern. Es ist bestimmt keine Verschwörungstheorie, wenn man annimmt, dass auch im Gesundheitssektor gewisse Patente in den Schränken schlummern.

kleiner Literaturtipp dazu: Carlos Castaneda “Die Lehren des Don Juan”