Archive for the ‘lüge’ Category

Täuschung der Feinde: Oktopus imitiert Flunder – Bessere Überlebenschancen als Fisch

Friday, March 5th, 2010

Woods Hole/Wien  – Dass Oktopusse über ein sehr ausgeprägtes Tarnverhalten verfügen, ist den Meeresbiologen schon länger klar. Nun hat ein Forscherteam um Roger Hanlon vom Marine Biological Laboratory http://www.mbl.edu entdeckt, dass der Atlantische Langarm-Oktopus (Macrotritopus defilippi) in der Lage ist, sein Schwimmverhalten so zu verändern, dass er aussieht wie eine Flunder.

Oktopusse haben eine sehr wandlungsfähige Hautstruktur entwickelt, die es ihnen ermöglicht, rasch ihre Farbe zu wechseln. “Die Kopffüßer, zu denen auch die Oktopusse zählen, gehören zu den niederen Tieren mit den höchsten Hirnleistungen. Sie sind darüber hinaus auch sehr lernfähig”, so Jörg Ott, Professor am Institut für Meeresbiologie an der Universität Wien http://www.univie.ac.at/marine-biology im pressetext-Interview.

Kluge Täuschungsmanöver

Hanlon und sein Team haben ähnliche Verhaltensweisen bei Oktopussen in Indonesien beobachten können. Nun erkannte man allerdings das erste Mal, dass auch atlantische Tiere diese Art der Täuschung beherrschen. Die Forscher haben Standbilder und Videos an fünf verschiedenen Standorten in der Karibik angefertigt und dabei beobachtet, wie der Oktopus sein gesamtes Erscheinen – inklusive Färbung und Schwimmgeschwindigkeit – geändert hat.

Wenn der Oktopus zum Stillstand gekommen war, nahm sein Körper sofort die Farbe des Untergrunds an. Die Flunder waren im Vergleich zu den Kopffüssern wesentlich langsamer und weniger präzise bei der Tarnung, berichten die Forscher im Fachmagazin Biological Bulletin.

Unklarer Grund für Tarnung

Dass Oktopusse auf der Speisekarte vieler Räuber stehen, ist den Forschern bekannt. Unklar ist, ob die Tarnung als Fisch tatsächlich viele Vorteile bringt. “Dazu sind weitere Untersuchungen notwendig”, so Hanlon. “Wir nehmen jedoch an, dass kleinere Räuber eher ein Stück vom weichen Fleisch des Kopffüssers abbeißen, als dass sie einen ganzen Fisch verschlingen.”

Warum Kopffüsser zu solchen Meisterleistungen fähig sind, begründet Ott damit, dass Tiere, die in strukturierten Lebensräumen leben und dort auf Beutefang gehen, eher lernfähig sind, als jene, die in großen freien Lebensräumen zuhause sind. “Oktopusse gehören zu den intelligentesten Wirbellosen überhaupt. Ihre acht Arme können sie so präzise einsetzen wie Menschen ihre Hände.” Ein Oktopus ist in der Lage, das Verhalten eines Artgenossen – etwa das Öffnen eines verschlossenen Glases mit einem Beutetier – zu verstehen und nachzuahmen.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com

http://www.pressetext.de/news/100304036/taeuschung-der-feinde-oktopus-imitiert-flunder/

Schon Babys durchschauen unehrliche Absichten – Differenzierte Reaktion gelingt bereits mit sechs Monaten

Wednesday, February 17th, 2010

York – Bereits mit sechs Monaten können Babys unterscheiden, ob es andere ernst mit ihnen meinen oder ob sie bloß etwas vorgespielt bekommen. Das berichten Wissenschaftler der Universität York http://www.york.ac.uk in der Fachzeitschrift Infancy. In einem Experiment konnten sie zeigen, dass neun- und sogar sechsmonatige Säuglinge erkennen können, ob Erwachsene Personen ihnen Spielzeuge absichtlich verweigern oder dabei gehindert werden.

Die Psychologen um Heidi Marsh untersuchten dazu 40 Babys im Alter von sechs und neun Monaten. Die Kleinen saßen auf Mamas Schoß an einem Tisch und erhielten von den gegenüber sitzenden Forschern ein Spielzeug entgegengestreckt. Sie erhielten dieses jedoch nicht – teils, da die Forscher ihre Hand demonstrativ zurückzogen, teils da das begehrte Objekt “zufällig” herunterfiel und auf die Tischseite der Forscher zurückrollte. Der erste Versuch stellte eine bewusste Verweigerung dar, der zweite die Unfähigkeit der Weitergabe.

Blickabwenden als Bestrafung

Den Säuglingen beider Altersgruppen gelang es, differenziert auf die Absichten der Forscher zu reagieren. Vermittelten die Erwachsenen ihren Widerwillen, so wandten die Babys beider Altersgruppen ihre Blicke ab, während sie im anderen Fall viel eher die Hände ausstreckten, so als ob sie das Problem verstehen würden und die Hilfestellung des Erwachsenen hervorrufen wollten. Eine wichtige Informationsquelle für die Babys dürfte der Gesichtsausdruck der Forscher gewesen sein, den diese den jeweiligen Absichten anpassten.

Neu ist diese Erkenntnis laut den Forschern insofern, als dass man den Zeitpunkt der Unterscheidungsfähigkeit bisher erst mit neun Monaten angesetzt hatte. “Dass Babys schon mit sechs Monaten so weit sind, wird ersichtlich sobald man nicht nur die Bewegungen, sondern auch andere soziale Ausdrucksformen beobachtet, die bisher außer Acht gelassen wurden”, so die Studienleiterin Marsh. Als derartige altersgerechten Signale werteten die Forscher etwa Müdigkeit, Blickvermeidung, Lächeln oder auch Lautäußerungen.

Eigenständigkeit bestimmt Reaktion

Sichtbar wurde dabei auch die Weiterentwicklung der Eigenständigkeit, die zwischen dem sechsten und neunten Monat geschieht. Sechsmonatige Babys zeigten bei Verweigerung der Erwachsenen negatives emotionales Verhalten wie Stirnrunzeln oder Weinen, bei vorgespieltem guten Willen positive Emotionen. “Die Neunmonatigen zeigen weniger Gefühlsausbrüche, jedoch mehr körperliche Ausdrücke wie aktiven Widerstand, da sie bereits eigenständiger sind”, erklärt Marsh.

Originalartikel unter http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/123236579/PDFSTART (Ende)

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Johannes Pernsteiner
email: pernsteiner@pressetext.com

http://www.pressetext.de/news/100216018/schon-babys-durchschauen-unehrliche-absichten/

Gehirnaktivierung entlarvt Wortbrecher

Thursday, December 10th, 2009

Beat Müller
Universität Zürich

Wissenschaftler der Universität Zürich entdecken die gehirnphysiologischen Grundlagen von gebrochenen Versprechen. Die Gehirnaktivierungsmuster lassen sogar eine Prognose zu, ob jemand sein Wort brechen wird. Die Studie von Dr. Thomas Baumgartner, Prof. Ernst Fehr, beide Universität Zürich, und Prof. Urs Fischbacher, Universität Konstanz, wird am 10.12.2009 in der Fachzeitschrift “Neuron” publiziert.

Das Versprechen ist eine der ältesten spezifisch menschlichen Verhaltensweisen, welche Kooperationen, Vertrauen und Partnerschaft fördert. Obwohl Versprechen meistens nicht gesetzlich bindend sind, basieren viele soziale und ökonomische Tausch-Situationen im täglichen Leben darauf. Allerdings können solche Versprechen nicht nur gehalten, sondern auch gebrochen werden. Tatsächlich sind materielle Anreize zu betrügen in der menschlichen Gesellschaft allgegenwärtig und folglich können Versprechen in jeder sozialen und ökonomischen Tauschsituation auch missbraucht werden, um seinen Interaktionspartner zu betrügen. Geschäftsleute, Politiker, Diplomaten, Anwälte und Privatpersonen verhalten sich nicht immer nur ehrlich, wie insbesondere jüngste Finanzskandale auf dramatische Weise aufgezeigt haben.

Trotz der Allgegenwärtigkeit von Versprechen im menschlichen Leben wissen wir allerdings kaum etwas über die gehirnphysiologischen Grundlagen dieses Phänomens. Um diese Lücke zu schliessen haben der Neurowissenschaftler Thomas Baumgartner (Universität Zürich) und die Ökonomen Ernst Fehr (Universität Zürich) und Urs Fischbacher (Universität Konstanz) im Gehirn-Scanner ein soziales Interaktionsexperiment durchgeführt. Dabei hat der Bruch eines Versprechens sowohl zu finanziellen Vorteilen für den Versprechensbrecher als auch zu finanziellen Nachteilen für den Interaktionspartner geführt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Bruch eines Versprechens mit einer erhöhten Aktivität in Gehirnregionen einhergeht, die in Emotions- und Kontroll-Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Dieses Gehirnaktivierungsmuster lässt darauf schliessen, dass der Bruch eines Versprechens beim Versprechensbrecher einen emotionalen Konflikt aufgrund der Unterdrückung der ehrlichen Antwort auslöst.

Im wichtigsten Ergebnis der Studie konnten die Forscher zeigen, dass “verräterische” Gehirnaktivierungsmuster uns sogar erlauben, eine Prognose über zukünftiges Verhalten abzugeben. Zwar unterscheiden sich Versuchspersonen, die ein Versprechen letztlich halten und solche, die es brechen, zum Zeitpunkt der Versprechensabgabe nicht – beide versprechen hoch und heilig, das Versprechen zu halten. Doch die Gehirnaktivierung entlarvt die späteren Versprechensbrecher bereits schon zu diesem Zeitpunkt.

Übeltäter überführen
Wie der Neurowissenschaftler Thomas Baumgartner erklärt, weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass Gehirnmessungen bösartige Absichten schon zu einem Zeitpunkt enthüllen können, bevor die unehrliche oder betrügerische Tat tatsächlich begangen worden ist.”Ein solcher Befund lässt folglich die Spekulation zu, dass Gehirnmessungen in (ferner) Zukunft nicht nur verwendet werden können, um Übeltäter zu überführen, sondern vielmehr vielleicht sogar mithelfen können, betrügerische und kriminelle Machenschaften zu verhindern – eine Vision, die im Science-Fiction-Film ‘Minority Report’ bereits Realität geworden ist.”

“Wir haben wichtige Elemente der neuronalen Grundlage von gebrochenen Versprechen entdeckt”, erklärt der Ökonom Ernst Fehr. “Im Lichte der Bedeutung von Versprechen im alltäglichen, zwischenmenschlichen Zusammenleben eröffnen uns diese Ergebnisse die Aussicht, die gehirnphysiologische Basis von prosozialem und insbesondere antisozialem Verhalten im Allgemeinen besser ergründen und verstehen zu können.”

Originalbeitrag:
Thomas Baumgartner, Urs Fischbacher, Anja Feierabend, Kai Lutz und Ernst Fehr: The Neural Circuitry of a Broken Promise, Neuron, Vol. 64, No. 5, 2009

Kontakte:
Thomas Baumgartner, Institut für Empirische Wirtschaftsforschung, Laboratory of Social and Neural Systems Research, Universität Zürich
E-Mail: t.baumgartner@iew.uzh.ch

Ernst Fehr, Direktor des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung, Universität Zürich
E-Mail: efehr@iew.uzh.ch
http://idw-online.de/pages/de/news348118

Skeptiker-Studie – Statistische Entlarvung der Astrologie-Lüge

Tuesday, December 8th, 2009

Artikelbild
Ein Horoskop sagt so viel aus, wie ein Blick in die Kristallkugel.

Psychologen wiesen nach: Es gibt keinen Beweis für Einfluss der Himmelskörper auf das Verhalten
Wien – Zwei Wiener Psychologen haben mit Hilfe der weltweit tätigen Skeptikerbewegung “Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften” (GWUP) den behaupteten Einfluss der Planeten auf die Menschen untersucht und kamen – wenig überraschend – zum Schluss: Es gibt ihn nicht.

“Akte Astrologie”

Die “Akte Astrologie” von Gunter Sachs kann nach Ansicht von Ivo Ponocny von der Modul-Universität und Elisabeth Ponocny-Seliger der Sigmund Freud Privatuniversität geschlossen werden. Der Industriellenerbe, Fotograf, Dokumentarfilmer und eben Astrologieforscher hatte in den 90er Jahren mit einem Team von Statistikern und Mathematikern Millionen von Daten überprüft und dabei festgestellte “signifikante Zusammenhänge” im Bestseller “Die Akte Astrologie” veröffentlicht.

Die beiden Psychologen haben etliche der beschriebenen Studien mit eigenen Datensätzen nachgerechnet. Basis waren aktuelle Statistiken der amtlichen österreichischen Bevölkerungsstatistik. Das Ergebnis: “Ein paar schwache Effekte. Aber kein Beleg für einen Einfluss der Sterne auf Partner- und Berufswahl, Scheidungen oder Todesursachen.”

Störche und Geburten

“In Europa nimmt die Zahl der Störche seit Jahrzehnten ab – ebenso sind die Geburtenzahlen rückläufig. Ist dies ein Beleg dafür, dass der Storch die Babys bringt?”, unkten Ponocny und Elisabeth Ponocny-Seliger. Ebenso wenig würden “Fische”-Geborene gefährlicher leben, wie eine “Unfallstatistik nach Sternzeichen” einer Versicherungsgesellschaft nahelegt. “In Wahrheit gibt es einfach nur besonders viele Menschen mit diesem Sternzeichen.” So könne man in großen Datenmengen scheinbar merkwürdige Effekte entdecken. “Der Zusammenhang kann also völlig bedeutungslos sein”, meinten die Wiener Psychologen. “Oder auch ganz andere Ursachen haben.”

Beispiel: “Schütze”- und “Widder”-Geborene ergreifen überdurchschnittlich häufig den Beruf des Landwirts. Hier wirke sich aus, “dass viele Eltern dieser Landwirte selbst Landwirt sind und offenbar eine Geburtenplanung praktizieren, welche den Zeitpunkt der Niederkunft in die Wintermonate verlegt”. Ähnliches lasse sich bei Bildungsabschlüssen beobachten: Menschen mit dem Sternzeichen “Krebs” oder “Jungfrau” werden auffallend seltener Akademiker als andere. Die Erklärung der Astrologie-Skeptiker: Da die Schule in der Regel im Spätsommer beginnt, werden “Krebs”- und “Jungfrau”-Geborene “gerade noch” eingeschult, was einen Entwicklungsnachteil gegenüber älteren Klassenkameraden bedeute.

“Jungfrauen”, “Steinböcke” und Fußballer

Unter den Sternzeichen “Jungfrau” und “Steinbock” kommen angeblich mehr Fußballspieler zur Welt. “Das ist richtig – und lediglich den traditionellen Stichtagen für die Einteilung in Altersklassen geschuldet”, meinen die beiden Psychologen. “Denn relativ ältere Kinder zeigen in derselben Altersklasse tendenziell stärkere Leistungen als die jüngeren. Und setzten sich daher leichter durch und bleiben dieser Sportart länger treu als weniger erfolgreiche Spieler.”

Viele weitere Beobachtungen in “Die Akte Astrologie” zu Selbstmorden, Eheschließungen oder Scheidungen konnten die Forscher gar nicht nachvollziehen. Ihr Fazit: “Weil Sternzeichen und Geburtstage aneinandergekoppelt sind, kann ein Geburtstagseffekt leicht als astrologischer Effekt erscheinen. Aber uns liegen mehr als deutliche Hinweise vor, dass wir es dabei mit einem recht irdischen Phänomen zu tun haben.” (red/APA)

Link
Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften

http://www.gwup.org/

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http://derstandard.at/1259281372263/Skeptiker-Studie-Statistische-Entlarvung-der-Astrologie-Luege

Klimaerwärmung Lüge?

Monday, December 7th, 2009

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31614/1.html

Optische Täuschungen bei Kindern wirkungslos – nur Erwachsene lassen sich vom Kontext eines Objekts irreführen

Thursday, November 26th, 2009

Dass der zweite Kreis größer ist, denken nur Erwachsene (Bild: Wikimedia Commons)

Düsseldorf – Kinder kommen optischen Täuschungen viel eher auf die Schliche als Erwachsene. Zumindest behaupten das schottische Forscher im Online-Journal Developmental Science. Sie entdeckten, dass selbst zehnjährige Kinder die Umgebung eines fokussierten Objekts noch nicht wie Erwachsene wahrnehmen. Das macht sie weniger anfällig, bestimmten optischen Illusionen auf den Leim zu gehen. “Falls die visuelle Umgebung in die Irre führt, sieht ein Erwachsener die Welt weniger genau als ihm dies als Kind gelang”, berichtet Studienleiter Martin Doherty von der Universität Stirling http://www.stir.ac.uk .

Die Forscher beziehen sich auf eine bestimmte optische Täuschung, die den Namen ihres Entdeckers Hermann Ebbinghaus trägt. Ihr wesentliches Merkmal sind zwei identisch große, nebeneinander abgebildete Kreise, von denen der erste von großen, der andere von kleinen weiteren Kreisen umgeben ist. Der erste Kreis erscheint für den erwachsenen Blick kleiner als der zweite, scheinbar da größere umgebende Kreise nicht nur deren Nähe zum zentralen Kreis verändern, sondern auch die Erscheinung ändern.

Fehlende Entwicklung schützt vor Trugbild

Um den Nachweis zu erbringen, zeigte Doherty 150 Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter mehrere Bilder mit dem Ebbinghaus-Effekt und verglich die Daten mit denen von 24 Studenten. Beide Gruppen sollten von zwei abgebildeten, teils verschieden großen Kreisen den größeren bestimmen. Es zeigte sich, dass sich die meisten Erwachsenen von den Kreisen in der Umgebung irreführen ließen, was bei Sieben- bis Zehnjährigen weit seltener der Fall war. Die Vier- bis Sechsjährigen rieten hingegen eher nach dem Zufallsprinzip.

Die Forscher sehen dies als Hinweis dafür, wie sich die optische Wahrnehmung erst im Lauf der Kindheit entwickelt. “Kinder bringen die Größe von Zielobjekten weniger mit ihrem Kontext in Verbindung als dies im Erwachsenenalter der Fall ist. Sobald das Gehirn voll entwickelt ist, kann sich die Gehirnrinde kaum mehr auf einzelne Teile einer Szene konzentrieren. Damit verliert es auch die Fähigkeit, täuschende Komponenten einer optischen Illusion aufzudecken”, so Doherty.

Kleineres Netzhaut-Areal als Entscheidungsgrundlage

“Bisher kennt man bereits mehrere Altersunterschiede in der optischen Wahrnehmung”, bestätigt Axel Buchner vom Institut für experimentelle Psychologie der Universität Düsseldorf http://www.psycho.uni-duesseldorf.de  gegenüber pressetext. Um ein Urteil über Gesehenes zu fällen, könnten Kinder nur kleinere Areale der Netzhaut berücksichtigen als Erwachsene. “Von Säuglingen ist etwa bekannt, dass Objekte nicht zu klein, nicht zu groß und von bestimmter Schärfe sein müssen, um als solche erkannt zu werden”, so der Psychologe.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Johannes Pernsteiner
email: pernsteiner@pressetext.com

 http://www.pressetext.de/news/091125034/optische-taeuschungen-bei-kindern-wirkungslos/

Statistik zwischen Lüge und Wahrheit – Zur Aussagekraft wirtschafts- und sozialstatistischer Aussagen

Tuesday, November 24th, 2009

Hans Wolfgang  Brachinger, Universität Fribourg:

Zusammenfassung:  Zwischen statistischer Information über einen Sachverhalt und der individuellen Wahrnehmung dazu treten immer wieder Diskrepanzen auf. Ausgehend von diesem Phänomen wird in dieser Arbeit das Verhältnis zwischen wirtschafts- und sozialstatistischer Information und dem Ausschnitt der Wirklichkeit, über den sie etwas auszusagen behauptet, neu überdacht. Nach einer allgemeinen Charakterisierung von statistischer Methodik und Arbeitsweise wird dazu zunächst der traditionelle Modell- und Wahrheitsbegriff dargestellt und kritisiert. Dann wird ein Begriff der Problem- und Wirklichkeitsangemessenheit entwickelt, welcher der Wirtschafts- und Sozialstatistik gerecht wird. Schließlich wird ein konstruktivistischer Modellbegriff vorgeschlagen, der zu einer pragmatischen Auffassung der Wahrheit wirtschafts- und sozialstatistischer Aussagen führt und Vorwürfe einer statistischen „Lüge“ in neuem Licht erscheinen lässt.

Volltext unter:  http://www.unifr.ch/dqe/papers/files/wp0003.pdf

UBS-Manager zwischen Dichtung und Wahrheit

Saturday, November 14th, 2009

Fehlleitung der Öffentlichkeit im Krisenherbst 2008 – Kommentar

«Du sollst nicht lügen.» So liesse sich eines der Zehn Gebote im Alten Testament modern übersetzen. Deshalb hier die brutale Wahrheit: Ohne Lügen käme der Mensch nur mühsam durchs Leben – denn diplomatische Ausdrucksarten (wie Lügen zuweilen auch heissen) sind ein wichtiges Schmiermittel in der Gesellschaft. «Wie geht es Ihnen?», «Wie hat Ihnen mein Essen geschmeckt?», «Wie fanden Sie meine Rede von gestern Abend?»: Das sind nur drei von vielen alltäglichen Fragen, die im Interesse zwischenmenschlicher Beziehungen nicht immer nach der vollen Wahrheit rufen. Der ökonomische Umgang mit der Wahrheit ist in solchen Situationen denn auch gesellschaftlich akzeptiert….

Ein sehr lesenswerter Artikel darüber, ab wann etwas eine Lüge ist, Volltext unter:

http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/ubs-manager_zwischen_dichtung_und_wahrheit_1.4013810.html

Wahrer Held von Fort Hood ist schwarzer Polizist

Friday, November 13th, 2009

Von Uwe Schmitt

Der Amoklauf in Fort Hood erweist sich als einzige Pannenserie der US-Armee: Nicht nur, dass der labile Zustand von Nidal Malik Hasan verkannt wurde. Jetzt kommt heraus: Nicht die als Heldin gefeierte weiße Polizistin hat ihn gestoppt, sondern ihr schwarzer Kollege. Jetzt wird spekuliert, wie rassistisch die Armee ist.

Wenn US-Militärs Helden ausrufen oder den Tod von Feinden melden, ist künftig Skepsis geboten. Dies ist eine der am meisten irritierenden Lehren aus den Ermittlungen des Amoklaufes von Fort Hood. Weder starb der Schütze Major Nidal Malik Hasan, wie Militärsprecher viele Stunden lang nach der Tat am vorvergangenen Donnerstag behauptet hatten. Noch streckte eine herbeigeeilte Scharfschützin der Polizei Hasan mit vier Kugeln nieder, nachdem sie selbst von ihm dreifach verwundet worden war. Laut Augenzeugen war es ein zweiter Polizist, ein schwarzer Mann, der den Mörder kampfunfähig schoss. Nicht die weiße Frau, die eine Woche lang als einzige Heldin gefeiert worden war.

Auch WELT ONLINE erzählte die unwiderstehliche Geschichte: Wie die zierliche Sergeantin Kimberly „Mighty Mouse“ Munley, Mutter von zwei kleinen Kindern, Ausbilderin und geschult in der Überwältigungstaktik von Geiselnehmern ihren Revolver feuernd auf den Amokschützen zulief und ihn unschädlich machte, obwohl sie in jedem Oberschenkel und in einem Handgelenk getroffen war.

In Wahrheit lag Kimberly Munley verwundet auf dem Boden und Nidal Hasan wechselte das Magazin seiner Waffe, als Senior Sergeant Mark Todd hinzukam und ihn niederschoss: „Wir sind ausgebildet, so lange zu schießen, bis die Bedrohung vorbei ist“, erklärte Todd in einem Fernsehinterview mit NBC. „Und als er auf dem Rücken lag und ihm die Waffe aus der Hand glitt, dachte ich ´Okay, nun muss ich ihn fesseln´.“ Das tat Todd mit Handschellen. Er bestätigte nicht, alle vier Kugeln abgefeuert zu haben, die Hasan trafen. Neben Todd saß Kimberly Munley gefasst in einem Rollstuhl. Die beiden hatten sich wohl abgesprochen, am Verfertigen neuer Heldenlegenden nicht mitzuwirken.

Kimberly Munley hat den Amokläufer gar nicht niedergestreckt.
Niemand bestreitet die Tapferkeit der Polizistin. Auch ballistische Erkenntnisse, die Todd als einzigen Schützen ausweisen, werden daran nichts ändern. Ärgerlich und beschämend für die leichtgläubigen Medien (uns selbst eingeschlossen) ist, wie fahrlässig hohe Offiziere in Fort Hood Falschinformationen ausgaben und so die Glaubwürdigkeit der Streitkräfte beschädigten.

Nicht zum ersten Mal. Man denkt an Jessica Lynch, die im Irak-Krieg angeblich in Rambo-Manier Feinde niedermähte, bevor sie, selbst verwundet, gefangen genommen worden war. Nichts davon stimmte. Lynch war, wie sich Wochen später nach ihrer glücklichen Befreiung herausstellte, bei dem Feuerüberfall in ihrem sich überschlagenden Fahrzeug verletzt worden. Die Iraker pflegten sie gut.

In Afghanistan wurde 2004 ein gefallener GI namens Pat Tillman, ein prominenter Football-Profi, der sich nach „9/11“ freiwillig gemeldet hatte, posthum hoch dekoriert und vom Präsidenten gerühmt. Monate später erwies sich, dass er und einige Kameraden durch eigenes Feuer starben. Vorgesetzte, angeführt vom derzeitigen Kommandeur in Afghanistan General Stanley McChrystal, hatten dies vertuscht.

Die von Militärs gestreuten Lecks und Legenden von Fort Hood verärgern US-Verteidigungsminister Robert Gates. Es sei ungeheuerlich, dass „jeder da draußen ein Stückchen von der Action“ erzählte. Gates befahl allen Beteiligten, „einfach den Mund zu halten“. Andererseits war es die Neigung zumal unter Offizieren, einfach den Mund zu halten, wenn einer der Ihren verhaltensauffällig wird, die sich bei Nidal Hasan als verhängnisvoll erwies. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass seine Vorgesetzten nichts von seinen Leistungen als Psychiater hielten, sein religiöses Eiferertum widerlich fanden und den Mann nach Fort Hood (und Ende November nach Afghanistan) abschieben wollten.

Noch ist unklar, ob politische Überkorrektheit gegenüber Muslimen oder ein Schweige-Kodex unter Offizierskameraden Hasan vor Sanktionen oder der Entlassung schützte. Präsident Barack Obama hat eine Untersuchung dieses Versagens der inneren Sicherheit angeordnet.

© Axel Springer AG 2009

http://www.welt.de/vermischtes/article5203054/Wahrer-Held-von-Fort-Hood-ist-schwarzer-Polizist.html

Warum wir das Haarteil lieber im Schrank lassen sollten

Monday, November 9th, 2009

Immer wieder bekennen sich bekannte Persönlichkeiten öffentlich zu Verfehlungen aus ihrer Vergangenheit. Einige tun es, weil sie sich dazu gezwungen sehen, andere, um nach Jahren der Abwesenheit erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gewinnen. Aber nur die Wenigsten tun sich und ihrem Ansehen damit einen Gefallen.

Von Petra Wüst

Es gibt auch andere Wege, um zu beichten und sich von der Last vergangener „Sünden“ zu befreien. Am 9. November erscheint die Biographie des ehemaligen amerikanischen Tennisprofis, mehrmaligen Grand-Slam-Gewinners und Olympiasiegers Andre Agassi. Bereits Tage vor der Veröffentlichung machen pikante Details in der Tagespresse die Runde. Allen voran Agassis Geständnis, 1997 Drogen konsumiert zu haben, um seine Leistungsfähigkeit zu steigern und dadurch ein Comeback zu schaffen. Die Tatsache, dass er nach einem positiven Dopingtest angegeben hat, aus Versehen aus einem fremden Glas getrunken und damit die Drogen unwissentlich zu sich genommen zu haben, gibt der Sache einen zusätzlichen, bitteren Beigeschmack. Warum, so fragen wir uns, geht er damit nach all den Jahren an die Öffentlichkeit? Und wie sind solche Geständnisse aus der Sicht der Selbst-PR zu werten?

Beichten, in denen anerkannte Persönlichkeiten ihre Verfehlungen an die Öffentlichkeit zerren, schaden den Betroffenen meist mehr, als dass sie ihnen oder der Allgemeinheit nützen. Es gibt nur zwei Situationen, in denen ein öffentliches Bekenntnis sinnvoll ist: Zum einen, wenn die betreffende Person noch im Amt ist und einer Enthüllung durch andere zuvorkommen will. Wer einen Fehltritt begeht und diesen als solchen erkennt, sollte besser gleich mit der Wahrheit herausrücken und nicht erst versuchen, mittels einer Lüge seine Haut zu retten. Wie haben die Menschen reagiert, als ihnen klar wurde, dass Bill Clinton sie bezüglich seiner Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky belogen hat? Entrüstet. Insbesondere, da Clinton seinen Brand auf Integrität und Vertrauenswürdigkeit aufgebaut hatte. Es war sein Glück, dass er so unglaublich populär war, sonst hätte er diese Lüge wohl nicht heil überstanden.

Besser gemacht hat es der amerikanische Talkmaster David Letterman. Nachdem er wegen sexueller Beziehungen zu Mitarbeiterinnen erpresst wurde, hat er die Flucht nach vorne angetreten und seine Verfehlungen in einer Sendung gebeichtet. Das hat ihm zwar kurzzeitig den Zorn des Publikums und den Spott seiner Kollegen eingebracht, der Popularität seiner Sendung hat sein Geständnis jedoch nicht geschadet. In den meisten Fällen wiegt eine Lüge in unserer Wahrnehmung weit schwerer als das eigentliche Vergehen: Wir gestehen anderen zu, einmal einen Fehler zu machen. Wer dann aber feige oder dumm genug ist, diesen Fehler zu vertuschen und die Öffentlichkeit anzulügen, verliert seine Glaubwürdigkeit und das in ihn gesetzte Vertrauen.

Die zweite Situation, in der wir eine Verfehlung zugeben sollten ist, um andere vor dem gleichen Fehler zu bewahren. Drogenkonsum und seine Folgen sind dafür ein treffendes Beispiel. Kann jemand glaubhaft vermitteln, dass er seinen Drogenkonsum bereut und junge Menschen vor den schädlichen Auswirkungen von Drogen bewahren möchte, bewundern wir seinen Mut und seine Offenheit und sehen ihm seine Verfehlung vielleicht sogar nach. Dies ist im Fall von Andre Agassi aber gerade nicht der Fall. Denn sein Bekenntnis steht in keinem Zusammenhang mit einer allfälligen Drogenprävention, sondern dient einzig dazu, seine in Kürze erscheinende Biographie zu vermarkten. Es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, eine plumpe Werbemassnahme, die auch vor der Demontage der eigenen Person und des eigenen Erfolgs nicht Halt macht. Dieser Trick ist nicht neu. 2006 hat der deutsche Schriftsteller Günter Grass vor Erscheinen eines neuen Buches enthüllt: „Ich war Mitglied der Waffen-SS“ und sich damit ins Gespräch gebracht.

Bei Andre Agassi kommt es jedoch noch schlimmer. Denn nach der Drogenbeichte folgt die Haarbeichte, laut der seine Löwenmähne – und damit sein langjähriges Markenzeichen – nichts anderes war als ein mit Klammern befestigtes Haarteil. Und dass er den Sieg bei einem Grand-Slam-Tournier verschenkt hat, nur aus Angst, sein Haarteil auf dem Center Court zu verlieren. Soviel Offenherzigkeit von einem Champion ist wahrlich mehr, als wir ertragen.

Das Ziel, seine Biographie bekannt zu machen, hat Andre Agassi mit seinen bizarren Geständnissen erreicht. Einen Gefallen hat er sich dabei aber nicht getan. Denn wessen Absichten so durchschaubar sind, wer so verzweifelt die Aufmerksamkeit sucht und sich dabei selber in diesem Masse demontiert, bringt sich zwar kurzfristig ins Gespräch, erntet langfristig jedoch nur Kopfschütteln und Mitleid. Wie das von Tenniskollege Roger Federer, der befragt zu Agassis Drogenkonsum konsterniert meinte: „Es war schon ein Schock, so etwas zu hören. Ich bin etwas enttäuscht und hoffe, dass es ihm wenigstens gutgetan hat, damit herauszukommen.“

Petra Wüst ist Expertin für Self Branding und Selbst-PR. Sie leitet das Beratungsunternehmen Wüst Consulting in Basel und ist international als Referentin, Trainerin und Coach tätig. Zudem unterrichtet die Ökonomin und Psychologin an mehreren Hochschulen.

http://www.perspektive-mittelstand.de/PR-Beichten-Warum-wir-Drogen-und-Haarteil-lieber-im-Schrank-lassen/management-wissen/3028.html